Teil IX - Ich halt in einem Sehnen inne.

Das Wort rettet nicht, aber was überhaupt kann retten?

...

Ich habe wirklich keinen Grund mehr. Bedenk mich nurmehr mit Wörtern. Als könnten sie! In Wahrheit ist es ganz anders: Gift und Galle spuck ich mit dem Blut aus meinem schmerzenden Mund.

Ich verfüßige mich, darum bemüht, fort-zukommen. Jedoch: fort wovon? ...wichtiger: wohin?

Ich vermute, dass der Himmel schwerer atmet: Er atmet schwer und legt sich auf die Dächer, auf die hohen und auf die tiefen, auf die langen, auf die roten, auf die grünen, auf die flachen und auf die Spitzen und macht sie alle blau. Und derweil hab ich mein herzblau geschmiert. An alle Wände. [Und die Berge schauen grau aus zu dichten Wolken.]

Die Steine trag ich mit mir - an den Ohren, um den Hals: In der Brust.

Zu gehen ist seliger. Bleiben bedeutet Sterben. Ich richte mich ungern ein. Das wird nur weh tun: wenn nicht heute, dann morgen. - .. Ich verteile zu viel Schuld auf zu viele Schultern. Die Raben nisten sich auch tiefer ein. Sogar die Bäume sinken. [Da bleibt kein Platz.]

Sie haben das Grün der Terrasse beschnitten und geben Sicht frei. Der Alte sitzt noch immer auf den Steinen und wartet, bis die Äpfel fallen. - Kein Reichtum fällt.

Ich habe Grün über Grün gemalt. Derweil: Die Wände waren schon blau.. Der Rest ist braun. Alles andere mutet mir zu bunt an: Knallrosa bis schwarz. Hier jedoch ist es weiß wie das Geschirr hinter den Gardinen und ebenso kalt. Schweden ist weit. Und alles andere auch. Und so... weiter ....

Ich setze mich. Punkte sind gerne gesetzt. Sie verhindern. Das Denken. So wie: Steine. Ich denke: Kurzatmig. Das Leben ist kurzatmig.

Derweil muss ich durch blaue Wände atmen. An Bergen vorbei. Atme tiefer ein, so dass sich die Steine heben. Sie könnten mich zerreißen. Die in der Brust. [Und  ein Feuerwerk würde im Nebel aufgehn.] -

Ich pflücke noch ein bisschen Farbe, derweil ich finde, dass das Leben nicht genug ist: Nicht genug für das. Wer würde es schon wagen, sich in aller Verzweiflung niederzuwerfen und mit zitternden Lippen stinkende Füße zu küssen und mit Tränen dreckige Schuhe zu säubern.

Gewiss. Das gibt's nur im Theater. Punkt. Endlich.

1.4.07 13:26

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